ADAC Winterreifentest für SUVs und Pkw: Sicherheit bei Glätte und Schnee

Ein Winterreifen soll auf Schnee, Eis und Nässe sicheren Grip haben und gleichzeitig möglichst wenig Sprit verbrauchen. Das ist der klassische Zielkonflikt, den ein Reifen im ADAC Winterreifentest bewältigen muss - neben etlichen anderen Herausforderungen wie Aquaplaning, Fahrstabilität und Haltbarkeit. Wenn Frost, Schnee und Eis Einzug halten, zählt sichere Traktion mehr denn je.

Bei der Wahl des richtigen Reifens ist es wichtig zu erkennen, dass Sicherheit und Umweltleistung zwischen den Modellen stark variieren können. Entscheidungen sollten nicht allein auf dem Preis basieren, sondern berücksichtigen, wie gut der Reifen zu den individuellen Fahrbedürfnissen passt. Besonders problematisch sind nach ADAC-Darstellung zahlreiche Budget-Reifen, da viele günstige Modelle den Zielkonflikt zwischen Trocken-, Nass- und Winterdisziplinen nicht lösen.

Aufbau eines modernen Winterreifens mit Lamellenprofil

Sicherheit und Testverfahren

70 Prozent der vom ADAC vergebenen Note macht die Fahrsicherheit aus. Gebremst wird von 100 km/h auf null bei trockener und von 80 km/h auf null bei nasser Straße. Bei Schnee und Eis messen die Tester die Bremswege von 30 km/h bis null auf festgefahrenem Schnee und von 20 km/h auf null auf polierter Eisbahn. Mit einem Anteil von 30 Prozent an der Gesamtnote bewertet der ADAC zudem die Umweltbilanz, die sich aus Kraftstoffverbrauch, Rollgeräusch, Gewicht und Abrieb zusammensetzt.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Während der Testsieger beim Nassbremsen aus 80 km/h nach gut 31 Metern steht, hat der schwächste Reifen an dieser Stelle noch über 45 km/h Restgeschwindigkeit. Dies belegt die sicherheitsrelevante Spannweite im Feld. Der Club betont daher, dass eine höhere Investition in hochwertige Reifen sich sowohl in der Sicherheit als auch in der Laufleistung niederschlägt.

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Aktuelle Testergebnisse für SUVs und Mittelklasse

In verschiedenen Tests, etwa in der Dimension 215/55 R17 für kompakte SUVs, dominieren bekannte Premiumanbieter. Die Spitzenmodelle zeichnen sich durch eine Kombination aus sicherem Fahrverhalten, kurzen Bremswegen und einer akzeptablen Umweltbilanz aus. So überzeugen Modelle wie der Goodyear UltraGrip Performance 3 oder der Michelin Pilot Alpin 5 regelmäßig durch ihre Ausgewogenheit.

Hingegen fallen manche Modelle durch Defizite auf. Bei den 215/55 R17 Reifen zeigten einige günstige Modelle ein erschreckendes Verhalten auf nasser Fahrbahn, was gerade im Winterhalbjahr zum Sicherheitsrisiko werden kann. Es empfiehlt sich daher, die Testberichte genau zu lesen, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird.

Wichtige Kennzeichnungen und gesetzliche Vorgaben

  • Alpine-Symbol: Seit dem 1. Oktober 2024 ist das Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) die maßgebliche Kennzeichnung für die Wintertauglichkeit eines Reifens.
  • M+S-Kennzeichnung: Diese Kennzeichnung ist für neue Reifen nicht mehr ausreichend, um bei winterlichen Bedingungen als wintertauglich zu gelten.
  • DOT-Nummer: Der Produktionszeitraum ist an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke erkennbar (z.B. 0517 für die fünfte Woche 2017).
Kriterium Bedeutung
Note 0,6 - 1,5 Sehr gut
Note 1,6 - 2,5 Gut
Note 2,6 - 3,5 Befriedigend
Note 3,6 - 4,5 Ausreichend
Note 4,6 - 5,5 Mangelhaft

Tipps für den Reifentransport und Lagerung

Wer Autoreifen zum Wechseln transportiert und sie wegen Platzmangel bei umgelegter Rückbank lagert, fährt gefährlich. Ein ADAC-Crashtest zeigte: Beim Aufprall mit Tempo 50 schossen die Reifen nach vorn und konnten die Kopfstützen abreißen. Der Automobilclub rät dringend: Reifen nur im geschlossenen Kofferraum transportieren und mit Zurrgurten oder einem Sicherungsnetz fixieren. Falls nicht alle Reifen hineinpassen, kann ein Reifen im Fußraum hinter dem Beifahrersitz gelagert werden.

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